Basisinformationen

UNESCO

Was verbirgt sich dahinter?

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) ist eine der 16 rechtlich selbständigen UN-Sonderorganisationen mit Sitz in Paris. Hauptaufgaben dieser internationalen Organisation sind u.a. die Förderung von Bildung, Wissenschaft, Kommunikation, Information und Kultur, "um in der ganzen Welt die Achtung vor Recht und Gerechtigkeit, vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten zu stärken, die den Völkern der Welt ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder Religion durch die Charta der Vereinten Nationen bestätigt worden sind" (Artikel I.1 der UNESCO-Verfassung).
Im Rahmen dieser Aufgaben sind auch die weltweit bestehenden Biosphärenreservate angesiedelt. Diese eingerichteten Modellregionen für schonende Wirtschaftsweisen wurden mit dem so genannten MAB-Programm ins Leben gerufen.

Um über die Grenzen Baden-Württembergs oder gar Deutschlands hinaus von der Ausweisung eines Biosphärengebiets Schwäbische Alb profitieren zu können, bedarf es der Anerkennung durch die UNESCO. Die Organisation zeichnet besonders repräsentative Kulturlandschaften mit dem UNESCO-Prädikat aus.

Bereits frühzeitig wuchs bei den hier lebenden Menschen und den Verantwortlichen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb der Wunsch im Weltnetz der Biosphärenreservate Aufnahme zu finden. In ersten Gesprächen mit dem, über einen Antrag auf Anerkennung des Gebiets entscheidenden Gremiums, sind der Region gute Chancen attestiert worden im Kreis der bedeutendsten Kulturlandschaften eine Rolle zu spielen. Um die entscheidende Gremien zu überzeugen muss ein entsprechender Antrag eingereicht werden.

Vorteile des UNESCO-Labels

Im Zuge der Globalisierung und des steigenden Wettbewerbs kann ein anerkanntes UNESCO-Biosphärenreservat der Schwäbischen Alb positive Impulse für die Zukunft geben. Durch die beim Verbraucher mit hoher Glaubwürdigkeit belegte Auszeichnung, erfährt die Region weiter zunehmende Bekanntheit und verschafft in einem ersten Schritt besonders dem Tourismus zusätzliche Einnahmen. Intensive Kooperationen und Zusammenschlüsse mit Gastronomen, Landwirten und dem Handwerk sichern langfristig Arbeitsplätze und schaffen neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Diese regionalen Wertschöpfungsketten tragen gleichzeitig zur Sicherung und Bewahrung der teilweise über viele Jahrzehnte gewachsenen Kulturlandschaft bei.

Als Modellregion für nachhaltige Regionalentwicklung sind Bewerbungen um nationale und internationale Fördertöpfe erfolgreicher. Doch auch für Wirtschaft und Handel ergeben sich Chancen durch regionale Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen, Innovationen oder der Gewinnung von qualifizierten Fachkräften durch ein attraktives Arbeitsumfeld. Aufgrund der bestehenden Erfahrungen und dem Wissensaustausch der Großschutzgebiete untereinander ist die Aufnahme in das Weltnetz der Biosphärenreservate und die Unterstützung durch renommierte Fachleute ein zusätzlicher Gewinn.

MAB-Programm

Grundgedanke

1970 wurde von der UNESCO das Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (Man And the Biosphere) etabliert. Entscheidungsgrundlage hierfür war der rasante technische und wirtschaftliche Fortschritt, der dazu führte, dass die menschliche Lebensgrundlage in vielen Bereichen stark gefährdet oder gar bereits zerstört wurde. Den Gedanken der Nachhaltigkeit, wie er 1992 bei der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Rio geprägt wurde, greift das MAB-Programm konsequent auf. Es geht dabei um die Sicherung menschlicher Ressourcen für heutige wie auch kommende Generationen. Dabei wird aktuell nicht mehr nur der Schwerpunkt auf die Erhaltung der ökologischen Lebensgrundlagen gesetzt. Der Gedanke der Nachhaltigkeit wird ausgeweitet auf die sozialen, kulturellen sowie wirtschaftlichen Bereiche. Im Einklang dieser Komponenten wird dem Beziehungsgefüge Mensch - Biosphäre bestmöglich Rechnung getragen.

Ausführung

Einen wichtigen Teil bei der Umsetzung dieses Grundgedankens übernehmen die Biosphärenreservate. Diese repräsentativen Landschaften beschreiben einen ganz bestimmten Teil der Biosphäre, der zu erhalten und vor allem zu entwickeln ist. Danach werden die Biosphärenreservate zunächst nach dem jeweils nationalen Recht verankert um dann, sofern gewünscht, nach den international festgelegten UNESCO Kriterien ausgewiesen zu werden. Insbesondere die vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaften stehen dabei im Mittelpunkt der Betrachtung. Eine Definition für Biosphärengebiete lautet:

„In Biosphärengebieten sollen nach dem Naturschutzgesetz durch Erhaltung und Förderung traditioneller, extensiver Landnutzungsformen sowie durch die Entwicklung und Erprobung neuer besonders schonender Wirtschaftsweisen großräumige charakteristische Landschaften gesichert werden. Dabei leistet die vielfältige, schonende Nutzung der Landschaft einen bedeutenden Beitrag für den Biotop- und Artenschutz. Das Biosphärengebiet hat neben dem Erhalt der Natur die Aufgabe, den Tourismus und die Bildung für die nachhaltige Entwicklung anzuregen und die nachhaltige regionale Wirtschaft zu fördern.“

Nationales MAB Komitee

Für die Umsetzung des MAB Programms in Deutschland ist das nationale MAB Komitee zuständig. Es setzt sich zusammen aus 16 Persönlichkeiten der Bereiche Wissenschaft und Praxis. Die Themenfelder des MAB Programms werden dabei von den beruflichen Erfahrungen der Experten abgedeckt.

Die Hauptaufgaben des MAB Komitees sind:

  • Fortentwicklung der Kriterien für die Anerkennung und Überprüfung von Biosphärenreservaten in Deutschland
  • Erarbeitung von Konzepten zu nachhaltigen Wirtschaftsweisen in Biosphärenreservaten
  • Erstellung von Konzepten zur Naturbildung in Biosphärenreservaten,
  • Evaluierung von Biosphärenreservaten in Deutschland,
  • Überprüfung der Möglichkeiten der Umsetzung der Biodiversitätskonvention im Rahmen des MAB-Programms
  • Zusammenarbeit mit den internationalen MAB-Gremien der UNESCO