Bildung für nachhaltige Entwicklung

Leitprojekte Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Im Rahmenkonzept stehen die Grundlagen für das, was in Zukunft im Biosphärengebiet geschehen soll, d.h. welche Entwicklungen angestoßen, gefördert und gebündelt werden. Im Bereich BNE sind das folgende drei Leitprojekte:

Leitprojekt 1: Akteurinnen und Akteure sowie Angebote rund um Schwerpunktthemen vernetzen – am Beispiel des Themas Kulturtechniken zur (Selbst)Versorgung mit Lebensmitteln

Die Akteurinnen und Akteure des Netzwerks Umweltbildung und des Arbeitskreises BNE sollen mit weiteren wichtigen Kooperationspartnerinnen und  partnern stärker vernetzt werden, um das breite Themenspektrum der nachhaltigen Entwicklung zielgruppenspezifisch im gesamten Biosphärengebiet abzudecken. Dabei soll eine thematische Schwerpunktsetzung helfen, um strategisch nach wichtigen Partnerinnen und Partnern zu suchen, möglichst viele Akteurinnen und Akteure zu vernetzten, die verschiedenen Zielgruppen optimal zu bedienen und eine Qualitätssteigerung bei der Wissensvermittlung und Lernbegleitung zu erreichen. Dies soll auch der Entwicklung von so genannten „Bildungslandschaften“ Rechnung tragen.

Getreide, Fotografie: Adelheid Schnitzler

 

Als ein erstes Schwerpunktthema wurde „Kulturtechniken zur (Selbst)Versorgung mit Lebensmitteln“ festgelegt, da das Wissen um Anbau, Lagerung, Verarbeitung und Transport von Nahrungsmitteln und damit auch das Bewusstsein über die Zusammenhänge von Landwirtschaft, Landschaft und Naturschutz in vielen Bevölkerungsgruppen fast gänzlich verloren gegangen ist.

Leitprojekt 2: Biosphären-Akademie

Mit dem Aufbau einer Biosphären-Akademie soll ein attraktives Anreizsystem für möglichst viele Zielgruppen geschaffen werden, das eine hohe fachliche und pädagogische Qualität gewährleistet. Träger der Akademie sollen die Bildungspartner des Biosphärengebiets Schwäbische Alb, der Arbeitskreis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und das gesamte Netzwerk Umweltbildung sein. Im Ergebnis soll eine virtuelle Akademie entstehen.

Mit der Akademie sollen die bestehenden Angebote ähnlich wie im Junior-Ranger-Programm vernetzt und aufeinander aufbauend gestaltet werden. Durch die Vernetzung der Angebote sollen außerdem für die Bildungsträger Anreize zur Weiterbildung gesetzt werden. Mit einer Biosphären-Akademie können sowohl für die breite Bevölkerung als auch für spezielle Zielgruppen Angebote eingeführt werden. Der Idee der Schaffung von Bildungslandschaften ist hier bereits Rechnung zu tragen. Dabei soll die Akademie keinen elitären Charakter bekommen, sondern als Zentrum für einen wertschätzenden Umgang miteinander und einen zielgerichteten Wissensaustausch zur Anregung nachhaltigen Handelns etabliert werden – es soll eine Akademie für „jede und jeden“ sein.

Die Angebote der Bildungsträger werden für die verschiedenen Themen unterschiedlichen inhaltlichen Ansprüchen zugeordnet, dabei ist darauf zu achten dass möglichst viele Zielgruppen erreicht werden. Folgende vier Kategorien können dafür angewendet werden:

  • Mitmachen und Erleben: Angebote mit Erlebnischarakter
  • Vertiefen: vertiefende thematische Angebote mit Bezügen zu nachhaltiger Entwicklung und zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb
  • Engagieren: Fortbildung zur Multiplikatorin oder zum Multiplikator , dabei Vermittlung von Grundwissen über das Biosphärengebiet und Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • Etablieren und Weitertragen: Ausbau der Qualifizierung zum Etablieren und Weitertragen: Ausbau der Qualifizierung zum Bildungspartner/Botschafter des Biosphärengebiets

Als erster Schritt soll für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche eine Junior-Biosphären-Akademie aufgebaut werden. Sie hat das Ziel, möglichst viele Kinder und Jugendliche, die im Biosphärengebiet aufwachsen, von der Idee des Biosphärengebiets und dessen inhaltlicher Umsetzung zu begeistern und sie zumindest teilweise als Botschafter zu gewinnen. Dabei soll entsprechen den oben genannten Kategorien eine 4-stufige Qualifizierung erarbeitet werden.

Leitprojekt 3: Bildungsportal Schwäbische Alb – Der Zugang zu BNE-Angeboten und Informationsmaterial im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Das Leitprojekt dient dazu, auf einer zentralen Internetseite die vielfältigen Angebote und verschiedenen Akteurinnen und Akteure zu unterschiedlichen Themenfeldern gezielt zu erfassen, für ein gemeinsames Bildungsportal für nachhaltige Entwicklung im Biosphärengebiet Schwäbische Alb weiterzuentwickeln und für die verschiedenen Zielgruppen übersichtlich zur Verfügung zu stellen. Dazu können die bestehenden Fortbildungs- und Informationsangebote der Seite des Biosphärengebiets weiterentwickelt werden.

Die Informationen und Angebote des Portals sollen leicht verständlich und methodisch attraktiv für möglichst alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste sein, auf Lernen Lust machen und zur Teilnahme an Veranstaltungen sowie zu eigenem Engagement motivieren.

Das Portal sollte folgende Gliederungspunkte aufweisen:

  • Vorstellung der Bildungsträger mit einer möglichen Gliederung, z. B.: Biosphärengebiets-Partner, Mitglied im Arbeitskreis Bildung für nachhaltige Entwicklung, Informationszentrum, Auszeichnungen wie Landschaftsführer und Biosphären Botschafter
  • Grundlegende Informationen und Texte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung und dem Biosphärengebiet (beispielsweise auch über Verlinkungen zu www.bne-portal.de)
  • Biosphärengebietsbezogene Informationen zu verschiedenen Themen (regionale Ernährungskultur, regionale Vermarktung, Umwelt- und Klimaschutz, Naturschutz, Streuobst, soziale und kulturelle Themen etc) 
  • Vorstellung der Bildungsangebote nach Alter und Zielgruppen und Veranstaltungsorten

Für ein solches Portal bietet sich die Arbeit mit einem Content-Management-System an, einer Internetseite, die von vielen Nutzern mit einfach zu bedienender Oberfläche genutzt werden kann. So könnten die Mitglieder des Netzwerks einen Zugang zum Portal bekommen und ihre Vorstellung und Angebote selbst einstellen und verwalten. Einfache und klar gegliederte Eingabemasken für die Pflege der Informationen können dafür eingerichtet werden.