Biosphären-Produkte

Projektverlauf

Zur Klärung der Ausgangssituation wurde in Zusammenarbeit mit interessierten Akteuren des Projekts eine Bestandsanalyse durchgeführt. Analysiert wurde die Menge und Qualität der im Biosphärengebiet verarbeitenden Rohware und der erzeugten Produkte. Zudem wurden bestehende Qualitätssicherungssysteme und Vermarktungsstrukturen erfasst. Im Anschluss erarbeiteten die Akteure gemeinsam Kriterien-Entwürfe für die Erzeugung von „Biosphären-Produkten“. Die Kriterien wurden in Einstiegs- und Zielkriterien untergliedert. Die Einstiegskriterien stellen geringere Anforderungen und bieten so für die Erzeugung von Biosphären-Produkten einen realistischen Start, sodass die eigentlichen Zielkriterien nach einem Zeitraum von fünf Jahren umgesetzt sein sollen.

Schweine; Fotografie: Ralph Koch

 

 

 

 

 

 

 

Um die Marktfähigkeit möglicher „Biosphären-Produkte“ zu prüfen, wurde der Mehraufwand, der bei der Erzeugung von Produkten nach den Kriterien-Entwürfen entsteht, für die Produkte Milch, Ei, Getreide und Schweinefleisch berechnet. Die Ergebnisse wurden mit Erzeugern, Verarbeitern und Experten abgestimmt und beurteilt. Demnach liegen die Preissteigerungen zwischen einem und 36%, wobei im Bio-Bereich deutlich geringere Preissteigerungen entstehen. Im Wesentlichen sind die Kostensteigerungen auf folgende Punkte zurückzuführen. Erhöhter Platzbedarf und Auslauf in der Tierhaltung, Einsatz von regionalen (Eiweiß-)Futtermitteln, längere Umtriebszeiten bei Tieren (längere Lebenszeit) sowie Ertragseinbußen durch den Verzicht auf nicht-selektive Pflanzenschutzmittel und dem Verzicht auf Wachstumsregulatoren im Getreidebau.

Mögliche Maßnahmen zur Erhöhung bzw. zum Erhalt der biologischen Vielfalt können über die bestehenden Agrar-Förderprogramme wie FAKT (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl) und der LPR (Landschaftspflegerichtlinie) abgegolten werden und führen somit nicht zu relevanten Kostensteigerungen.

Kommende Arbeitsschritte

Für die weitere Planung ist ein feststehendes Marketingkonzept unabdingbar. Zusammen mit den Akteuren soll Ende 2016 über erste Entwürfe der grafischen Umsetzung einer Regionalmarke abgestimmt werden. Im Anschluss daran sollte von Seiten der Akteure über die künftige Organisationsform der Marke abgestimmt werden. Nach einer Evaluation der Entwürfe durch eine öffentliche Umfrage und nach einiger Feinarbeit ist es das Ziel, bis zum Frühjahr 2017 die Marke öffentliche zu präsentieren. Ebenso wichtig ist es, die Kriterien in Kooperation mit den Akteuren endgültig festzulegen. Nach Klärung der noch offenen Punkte und der weiteren Abstimmung mit Fachleuten, soll dies ebenfalls Ende 2016 geschehen.

Nach erfolgter Vorstellung der Markenentwürfe ist zu überlegen, ob weitere Unterstützer, z.B. aus den Themenfeldern der Gesundheit und Naturschutz, Interesse an der Teilnahme am Projekt haben. Für einen runden Ablauf des Projektes sind die Akteure aufgefordert, ihren Betrieb frühzeitig hinsichtlich der Kriterienerfüllung zu überprüfen. Zeitgleich sollten sie mit der Zertifizierung nach dem Qualitätszeichen Baden-Württemberg beginnen, welches die Basis der externen Zertifizierung bildet. In der weiteren Entwicklung des Projektes wird es sinnvoll sein, zu bestimmten Themen und Aufgabenstellung Kleingruppen einzurichten. So wird beispielsweise ab Herbst 2016 eine Marketinggruppe flexibel im Prozess mitwirken.