Sie haben eine gute Projektidee - was nun?

Ehe Sie das Antragsformular auf Zuwendung durch die Landschaftspflegerichtlinie ausfüllen, empfiehlt sich einerseits unsere Hinweise zur Förderung zu lesen und andererseits eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Das Team kann Ihnen erste Fragen vorab beantworten und aufzeigen wie die Chancen auf eine erfolgreiche Antragsstellung erhöht werden können.

Das ausgefüllte Formular für einen Projektantrag für die Förderrunde 2018 richten Sie dann bitte bis 15.11.2017 an die Geschäftsstelle. Diese bearbeitet Ihre Anträge und legt sie mit einer Empfehlung dem entscheidenden Beirat zur Bewilligung vor.

Hinweise zur Förderung

Förderziel

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist ein Modellgebiet für eine nachhaltige Entwicklung. Regionale Fragestellungen sollen unter der Zielsetzung einer ökologisch, ökonomisch und sozialverträglichen Entwicklung in enger Verknüpfung von Natur- und Umweltschutz, Land und Forstwirtschaft, Wirtschaft, Handwerk, Wissenschaft, Tourismus, Bildung und Kultur bearbeitet werden. Darüber hinaus dient das Biosphärengebiet Schwäbische Alb in verstärktem Maße auch dem Schutz und der Entwicklung der Kulturlandschaft. Insbesondere werden im Rahmen der Förderung naturschutzorientierte Projekte und Vorhaben unterstützt.

Förderfähige Maßnahmen

Die Förderung im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wird über die jeweils gültige Landschaftspflegerichtlinie (LPR) des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg abgewickelt.

Sollten Maßnahmen beantragt werden, die den Zielen entsprechen aber nicht im Rahmen der gültigen Landschaftspflegerichtlinie förderbar sind, werden andere Förderrichtlinien und Fördermöglichkeiten durch die Geschäftsstelle des Biosphärengebietes Schwäbische Alb geprüft.

Förderfähig über das Förderprogramm "Biosphärengebiet Schwäbische Alb" nach der Landschaftspflegerichtlinie sind:

B Arten- und Biotopschutz: Förderung der Artenvielfalt sowie Anlage, Gestaltung und Pflege von Biotopen

D Investitionen: Investitionen zum Zwecke des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Landeskultur, Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung der Biodiversität, von Ökosystemen, des natürlichen Erbes und der Kulturlandschaft im überwiegend öffentlichen Interesse

E Dienstleistungen: Dienstleistungen zum Zwecke des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Landeskultur, Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung der Biodiversität, des natürlichen Erbes und der Kulturlandschaft im überwiegend öffentlichen Interesse

Antragsteller

Förderanträge können stellen: Verbände oder Vereine; Erzeugerzusammenschlüsse sowie Unternehmen des Handels, der Be- oder Verarbeitung land- und forstwirtschaftlicher Produkte; Landwirte; sonstige Personen des Privatrechts; Person des öffentlichen Rechts; Kommunen (Stadt- und Landkreis, Gemeinde, Stadt, Verwaltungsgemeinschaft und Zweckverband)

Feste Fördersätze

Für LPR-Maßnahmen gelten ab 2015 feste Fördersätze. Die Förderhöhe von Projekten orientiert sich an den Fördersätzen der jeweils gültigen Landschaftspflegerichtlinie. Sofern für die LPR Teile B bis E zwei Fördersätze angeboten werden, kann der höhere Fördersatz ausschließlich bei besonders naturschutzwichtigen  Maßnahmen gewährt werden. Diese liegen vor, wenn die Maßnahmen den Zielen von FFH- und Vogelschutzrichtlinie,  Naturschutzgebieten, Nationalpark, Naturdenkmale, Gesetzlicher Biotopverbund nach § 21 BNatSchG, Besonders geschützte Biotope gemäß § 30 BNatSchG bzw. § 32 NatSchG und dem Artenschutzprogramm des Landes dienen.

Antragsverfahren

Projektanträge sind an die Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu richten. Die Anträge werden vom Team bearbeitet und von der Landesanstalt für Umweltschutz und Messungen Baden-Württemberg (LUBW) und dem Regierungspräsidium Tübingen fachlich und förderrechtlich geprüft. Anschließend werden sie dem Beirat des Vereins Biosphärengebiet Schwäbische Alb e.V. zur Förderung empfohlen. Die Förderentscheidung und Bewilligung der Mittel erfolgt durch die jeweils zuständigen Bewilligungsstellen (Untere Verwaltungsbehörden, Regierungspräsidien).

Auflagen und Nebenbestimmungen

Mit der Bewilligung von Mitteln sind in der Regel projektspezifische Auflagen verbunden. Diese werde in den Nebenbestimmungen formuliert und sind Teil des Bewilligungsbescheides. Solche Nebenbestimmungen können z.B. das Anbringen des Biosphärengebiets-Logo und -Projekthinweis, Abgabe von Daten zum Projekt, um eine spätere Evaluation des Förderprojektes zu gewährleisten oder die gemeinsam mit der Geschäftsstelle abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit sein. Bei Nichterfüllung der Nebenbestimmungen muss mit der Rückzahlung der Fördergelder gerechnet werden.

Betreuung durch die Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Der Projektbetreuer oder die Projektbetreuerin der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb arbeitet aktiv am jeweiligen Projekt mit, berät und versucht das Projekt im Biosphärengebiet Schwäbische Alb sinnvoll mit anderen Aktivitäten oder Akteuren zu vernetzen.

Projektlaufzeit

Bewilligte Projekte müssen i.d.R. im laufenden Jahr (bis 15. November des jeweiligen Jahres) umgesetzt und abgewickelt (Zwischenbericht, Verwendungsnachweis) werden. Größere Projekte können in Einzelfällen auch über die Grenze eines Haushaltsjahres hinaus bewilligt werden. Gesamtprojekt und jährlich vorgesehene Einzelschritte müssen hierzu dokumentiert werden.

Wiederkehrende Förderung

Die wirtschaftlich ausgerichteten Projekte im Bereich D und E der Landschaftspflegerichtlinie (s. auch Förderfähige Maßnahmen) sollen ökonomisch tragfähig sein, d.h. sie sollen sich nach spätestens drei Jahren Förderlaufzeit finanziell selber tragen. Es soll keine Dauersubventionierung erfolgen. Projekte können maximal in drei Förderrunden gefördert werden.

Förderausschluss

Projekte, die im Rahmen von geltenden Bestimmungen durchgeführt werden bzw. gesetzlich vorgeschrieben sind (z.B. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nach § 21 BNatSchG) können nicht gefördert werden. Projekte sollen nicht gefördert werden, wenn ihre Ziele auf andere Weise kostengünstiger erreicht werden können.
Wenn andere Fördermöglichkeiten für ein, den Zielen des Biosphärengebietes Schwäbische Alb dienendes Projekt bestehen, sollen diese ausgeschöpft werden. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb wird der Antragsteller hierbei, soweit möglich, beratend unterstützt. Eine zusätzliche Förderung durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb kann nicht erfolgen, wenn dies durch die in Anspruch genommenen Förderprogramme ausgeschlossen ist.

Im Bereich Wissenschaft und Forschung können ausschließlich angewandte und umsetzungsorientierte Projekte gefördert werden, sofern diese mit der Landschaftspflegerichtlinie vereinbar sind.

Erhöhung der Förderchancen

Ein Anspruch auf Förderung besteht grundsätzlich nicht. Jedoch können Sie die Wahrscheinlichkeit einer Förderung durch folgende Aktivitäten wesentlich erhöhen.

  • Bei der Auszahlung von Fördermitteln sind viele Gesetze und Richtlinien seitens EU, Bund und Land zu berücksichtigen. Dies ist für alle Beteiligten meist anstrengend. Wenn Sie den Förderantrag korrekt ausfüllen und die beantragten Kosten mit mehreren (mind. drei) Kostenvoranschlägen untermauern, sparen Sie uns und sich selber viel Zeit und Ärger. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb unterstützen Sie gerne beratend dabei.
  • Sprechen Sie frühzeitig mit den Mitarbeitern der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Es hat sich bisher immer bewährt vor dem offiziellen Antragsschluss Kontakt aufzunehmen. 
  • Überlegen Sie sich im Vorfeld, ob Genehmigungen seitens der Behörden notwendig sind. Es macht keinen Sinn, beispielsweise einen Zuschuss für den Bau eines Stalles zu beantragen, wenn keine Baugenehmigung vorliegt.
  • Setzen Sie sich mit den Zielen und Inhalten des Biosphärengebiets Schwäbische Alb auseinander! Die notwendigen Informationen finden Sie in unserem Rahmenkonzept. Wesentlich für die Förderentscheidung ist der Beitrag, den das Projekt zur Erreichung der Ziele des Biosphärengebiets und seiner Leitprojekte leistet. Innovative Ansätze werden bei der Förderentscheidung besonders positiv berücksichtigt wie auch der Grad an Vernetzung in der Region. Großflächige Projekte haben grundsätzlich Vorrang vor kleinflächigen oder punktuellen Ansätzen.
  • Negative Nebenwirkungen eines Projektes (fehlende Umwelt- und Naturverträglichkeit), mangelnder Förderbedarf (Projekt trägt sich auch ohne Förderung) oder unzureichende Erfolgsaussichten können zu einer Verringerung des Fördersatzes oder zur Ablehnung führen.

Spezialregelungen

In den vergangenen Jahren war es aus den verschiedensten Gründen notwendig für einige Fördertatbestände gesonderte Regelungen zu entwickeln.

Naturschutzmaßnahmen als Teil der Nebenbestimmungen bei nicht-flächenhaften Förderprojekten (Teil E der LPR)
Antragsteller von Fördervorhaben nach Teil E Dienstleistungen müssen zukünftig als Teil der Nebenbestimmungen Maßnahmen umsetzen, die direkt dem Naturschutz im Biosphärengebiet Schwäbische Alb dienen. Die Maßnahmen sind abhängig von der Art des Antragstellers und der beantragten Leistung. Eine Übersicht über die zu berücksichtigenden Leistungen finden Sie in folgender Matrix.

Matrix Naturschutzmaßnahmen als Teil der Nebenbestimmungen bei nicht-flächenhaften Förderprojekten

Maßnahmen im Außenbereich: Besucherlenkung und Besucherinformation
Die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb hat gemeinsam mit Landkreisen, Kommunen, Tourismus-, Landwirtschafts- und Umweltverbänden ein Besucherlenkungskonzept für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb erarbeitet. Dies ist die Grundlage für die Förderung im Außenbereich bei der Lenkung und Information von Besuchern. Neue Schilder im Außenbereich müssen dem festgelegten Corporate Design des Biosphärengebiets Schwäbische Alb entsprechen.

Fördervoraussetzungen für Informations- und Thementafeln

Vermarktungsprojekte
Der Antragsteller von Vermarktungsprojekten muss in seiner Wirtschaftsweise einen möglichst hohen Standard bezüglich Naturschutz, naturnaher Landbewirtschaftung, artgerechter Tierhaltung und Umweltschutz erfüllen. Qualitäts- oder Erzeugerkriterien stellen i.d.R. die Grundlage für eine Projektförderung bei wirtschaftlichen Projekten dar. Dies gilt insbesondere für Aktivitäten im Bereich der Regionalvermarktung.

Märkte und Veranstaltungen
Märkte und Veranstaltungen werden gefördert, wenn Sie in hohem Maße die Ziele des Biosphärengebiets unterstützen.

Fördervoraussetzung für Veranstaltungen und Märkte im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Fördervoraussetzung für Bus-/ Bahnanbindung von Großveranstaltungen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Dokumente

Antragsformular auf Zuwendung durch die Landschaftspflegerichtlinie Teil B (Arten- und Biotopschutz)

Antragsformular auf Zuwendung durch die Landschaftspflegerichtlinie Teil D2, E (Investitionen in der Verarbeitung und Vermarktung naturschutzgerecht produzierter Erzeugnisse, Dienstleistungen für Naturschutz und Landschaftspflege)

Antragsformular auf Zuwendung durch die Landschaftspflegerichtlinie Teil D3 (Investitionen für Naturschutz und Landschaftspflege)

Das Biosphärengebiet hat zum Ziel, insbesondere auch eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft zu fördern und die Aktivitäten des PLENUM-Projektes Schwäbische Alb (2001-13) zu verstetigen. Zu diesem Zweck ist es bei einer Förderung im land- und forstwirtschaftlichen Bereich nötig spezielle Erzeugungskriterien einzuhalten.

Biosphärengebiets-Erzeugungskriterien