Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wird zehn Jahre alt! Damit rückt es verstärkt in den Fokus der UNESCO – nicht zur Gratulation sondern zur Evaluation. Alle zehn Jahre sieht die UNESCO eine Evaluierung vor, um zu prüfen wie gut es den Biosphärenreservaten gelingt den Weg vom Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Interessen hin zu einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu beschreiten.

Angestrebt ist eine objektive Evaluierung, in der sowohl Stärken als auch Schwächen, Chancen und Risiken sowie Erfolge und Misserfolge dargestellt werden, mit dem Ziel Optimierungspotenziale abzuleiten (Abbildung 1). Durch die Beauftragung von externen Wissenschaftlern wird eine unabhängige und objektive Darstellung des Ist-Zustandes und der maßgeblichen Entwicklungen in den letzten 10 Jahren gewährleistet.

Im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wird großer Wert auf Partizipation gelegt. Daher wird nicht nur geprüft wie gut es um die Erreichung der Ziele des Biosphärengebiets steht, sondern auch wie Akteure und die Bevölkerung das Biosphärengebiet bewerten. Konkret werden zwei Erhebungen durchgeführt: Eine Bevölkerungsumfrage mit Beteiligung einer repräsentativen Auswahl von Bewohnerinnen und Bewohnern des Biosphärengebiets und ausführliche Interviews mit Akteuren in Führungspositionen von Behörden, Verbänden und Vereinen.

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Abbildung 1: Leitbild der Evaluierung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb

Repräsentative Bevölkerungsumfrage

5000 Bewohnerinnen und Bewohner des Biosphärengebiets werden statistisch zufällig ausgewählt und bekommen einen Fragebogen zugeschickt. Die Hauptfragestellungen der Studie umfassen Kenntnis und Akzeptanz des Biosphärengebiets, die Identifikation und Erwartungen sowie das Engagement der Bewohner für die Ziele des Biosphärengebiets. Die Ergebnisse dienen der Identifikation und Diskussion von Handlungsempfehlungen zur weiteren Optimierung der künftigen Entwicklung des Biosphärengebiets. Bitte nehmen Sie an der Umfrage teil, wenn Sie einen Brief mit Fragebogen erhalten!

Interviews mit ausgewählten Akteuren des Biosphärengebiets

Mit qualitativen Interviews (offen, leitfragengestützt und als Gespräch geführt) werden 40 Führungskräfte ausgewählter Akteurs-Gruppen aus verschiedenen Fachbereichen zum Biosphärengebiet befragt. Zu den Akteuren zählen Vertreter von Behörden, Verbänden und Vereinen im Biosphärengebiet. Dabei werden nicht nur persönliche Meinungen erfragt, sondern auch die Meinung der Menschen und Fachbereiche, die die Interview-Partner vertreten. Im Gegensatz zu der standardisierten Bevölkerungsumfrage werden in qualitativen Interviews gezielt Fragen nach dem „warum“ und dem „wie“ beantwortet. Sie eignen sich daher in idealer Weise zur Ergänzung von Bevölkerungsumfragen.