Highlights

Highlights

Herausragende Natursehenswürdigkeiten und kultur-historische Highlights gibt es zahlreiche im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. So liegen beispielsweise alleine 150 ehemaligen Burgen und Klöster im Gebiet. Um Gästen die Orientierung etwas zu erleichtern, finden Sie hier in alphabetischer Reihenfolge die Top 20 der Attraktionen im und am Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Kultur-historische Highlights

Albbüffel

„Mozzarella di Buffalo“ ist eine Spezialität aus Italien… Nein, wartet, hier steht der schmackhafte „Albzarella“, eine Art Büffelmozarella, kommt direkt von hier, von der Schwäbischen Alb. Kann das stimmen? Ja, denn seit 2005 grasen die urtümlichen Riesen der Vergangenheit wieder auf der Alb. Knochenfunde beweisen, dass schon vor 300.000 Jahren Wasserbüffel in der Region lebten. Tierhalter Willy Wolf, selbst eine Rarität, hatte den Mut die anmutigen Tiere in ihre ehemalige Heimat zurückzuholen. Aus Rumänien, Polen und Italien stammend, fühlen sich die Tiere auf der Alb heimisch und ihre Produkte überzeugen durch außerordentliche Qualität. Fleisch, Milch und Lederwaren werden in Kooperation mit Betrieben von der Alb hergestellt und die Kunden sind begeistert. Im Sommer grasen die Albbüffel auf den Weiden rund um Hohenstein-Meidelstetten und Hohenstein-Ödenwaldstätten und können am besten bei einer Führung von Willy Wolf oder Helmut Rauscher höchstpersönlich kennengelernt werden. Doch die Tiere sind nicht nur schön anzusehen, sondern liefern auch schmackhafte Produkte, die in der Hofkäserei Hohenstein gerne feilgeboten werden. Am Schmiechener See bei Schelklingen sorgen die Wasserbüffel als echte Naturschützer dafür, dass die Wiesen vor der Verbuschung bewahrt werden. Richtig wild sieht es aus, die Tiere im See beim Baden zu beobachten.

Burg Hohenneuffen

Als uneinnehmbar galt diese größte hochmittelalterliche Burganlage Süddeutschlands und verteidigte durch die Jahrhunderte diesen Ruf. Doch nicht nur das Betreten der Burg, sondern auch das Verlassen war für einige Bewohner unmöglich, da sie lange Zeit als Staatsgefängnis genutzt wurde. Seit ca. 1100 nach Christus prägt die Burg die Geschichte des Landes, und noch 1948 war sie Schauplatz einer politischen Debatte, aus der in der Dreiländerkonferenz die Idee zum heutigen Bundesland Baden-Württemberg erwuchs. Heute lädt das beliebte Ausflugsziel mit Führungen, Veranstaltungen und einer Gaststätte zum Besuch ein. Im Sommer kann man den Mittelaltermarkt besuchen oder beim Falknerei Spektakel den Jägern der Schlossherren beim Flug zusehen. Doch man muss gar keine Flügel haben und auch keine Adleraugen, denn von hier oben hat man ganz bodenständig einen wundervollen Rundblick über das Albvorland und den Albtrauf.

Engste Gasse der Welt

Sehr unscheinbar und nur durch ein Schild kenntlich gemacht führt die „Spreuerhofstraße“ zwischen zwei Häusern in die Reutlinger Innenstadt. Glücklicherweise ist sie nicht der einzige Zugang, denn dann würde so mancher Besucher wohl ein Problem haben die Stadt zu betreten. Nur 31 cm breit ist sie an ihrer schmalsten Stelle und will man hindurch sollte man besser davor schon auf seine Linie achten. Entstanden ist die Straße nach dem Stadtbrand von 1726, der Reutlingen größtenteils zerstörte. Der Spreuerhof war einst der Getreidespeicher für das Reutlingen Spital und die Gasse hat vermutlich als Fluchtweg gedient. Hier in diesem Winkel der Stadt spürt man noch die mittelalterliche Atmosphäre, die in Reutlingen einst geherrscht hat. Durch die morschen Balken im anliegenden Haus neigte sich dieses immer weiter in die Straße hinein, vielleicht um die engste Straße, noch schmaler zu machen. Heute wird das Haus von der Stadt Reutlingen saniert, damit die Attraktion der Stadt noch lange Zeit erhalten bleiben kann.

Gedenkstätte Grafeneck

Grafeneck war einst ein Jagdschloss, hatte ein Opernhaus, ein Forstamt. 1928 zog mit dem Samariterstift ein Heim für behinderte Menschen ein. Hier sollten sie wohnen und betreut werden, doch das Nazi-Regime sah in Grafeneck eine abgelegene Stätte, in der unter dem Codenamen „Aktion T4“ Menschen mit „lebensunwertem“ Leben einen „Gnadentot“ erhalten sollten.  Über 10.600 Menschen mit Behinderung, Nervenkrankheiten oder politisch Ungewollte wurden „zur Vermeidung erblichen Leids“ in Grafeneck vergast und anschließend verbrannt. Heute erinnert eine Gedenkstätte und ein Alphabeten-Garten an die Opfer. Im Gedenkbuch sind die 6.500 gefundenen Namen der Opfer vermerkt, und ein jährlicher Gottesdienst mahnt und erinnert an die Geschehnisse. Heute ist Grafeneck wieder im Besitz des Samariterstifts und bietet erneut ein Heim für Menschen mit Behinderung.

Glems mit Obstbaumuseum

Haupt- und Landgestüt Marbach

Seit mehr als 500 Jahren werden in Marbach nun schon Pferde gezüchtet und heute ist das Haupt- und Landgestüt das älteste staatliche Gestüt Deutschlands und eine der ältesten Pferdezuchtstätten Europas. Etwas ganz Besonderes ist die weltbekannte Araber-Zucht, die ihre Anfänge mit der schönen Vollblutstute Murana der Ersten und dem Hengst Bairactar hatte. Bairactas Skelett kann man heute im Gestütsmuseum Offenhausen bewundern. Neben der Araberzucht ist Marbach bekannt für eine andere Rasse, die wohl wie keine Zweite zu den Menschen auf der Alb passt. 200 Jahre Zuchtarbeit stecken hinter den anspruchslosen und leistungsfähigen Altwürttemberger Warmblütern. Doch auch liebenswerte Schwarzwald-Füchse stehen auf Marbachs 1000 Hektar Land. Heute leben mehr als 500 Pferde in Marbach und im Frühsommer springen die jungen Fohlen über die Wiesen, woran sich Jung und Alt erfreuen. Ein Highlight ist natürlich die jährliche Hengstparade im Haupt- und Landgestüt Marbach, zu der Tausende begeisterte Pferdefreunde anreisen.

Heidengraben

Dass auf der Alb von je her geschäftstüchtige Menschen gesiedelt haben lässt sich am Heidengraben beweisen. Funde von keltischen Münzen und römischen Weinamphoren zeigen, dass schon im zweiten Jahrhundert vor Christus ein wirtschaftliches Zentrum auf der Alb lag und der Handel florierte. 1.600 Hektar umfasst der Heidegraben, der damit die größte befestigte Siedlung der Eisenzeit in Mitteleuropa ist. Im 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet, sieht man heute vom ehemaligen Oppidum (n. Caesar = stadtartige Großsiedlung) Elsachstadt noch die Wallanlagen und vorgelagerten Gräben. Nördlich von Erkenbrechtsweiler wurden Teile einer Pfostenschlitzmauer und ein Tor wiederaufgebaut und können jetzt besichtigt werden. Die Grabhügel am Burrenhof sind wesentlich älter als das Oppidum, die ältesten datieren auf 10./11. Jahrhundert v. Chr. Besuchern fallen die über 26 Hügel als seltsame Landschaftserhebungen auf. Obwohl die Ausgrabungsarbeiten im Gelände noch lange nicht beendet sind, können schon viele sehr interessante Funde im Museum in Grabenstetten bewundert werden.

Hohle Fels

Wie lebten die ersten Menschen, die vor ca. 40.000 Jahren aus Afrika nach Europa wanderten? Gabe es kulturelle Tätigkeiten? Saßen die Jäger um das erlegte Mammut und sangen Lieder, während die Frauen anfingen das Tier zu verwerten? Solchen Fragen sind die Archäologen der Universität Tübingen auf der Spur und haben mit dem „Hohle Fels“ eine einzigartige Fundstätte gesichert. Neben Mammut und Bärenknochen, Elfenbeinschnitzereien und bemalten Steinen wurde dort die wohl älteste figürliche Darstellung einer Frau gefunden. Wer schnitze vor ca. 35.000 Jahren diese 59,7 Millimeter große Figur, die vermutlich als Anhänger getragen wurde? War sie ein Geschenk für die Angebetet, drückte der Hersteller durch die übertriebenen Geschlechtsmerkmale der Figur den Wunsch nach einer solche Partnerin aus, oder war sie ein Geschenk einer Mutter an die schwangere Tochter, in der Hoffnung Schutz und Gesundheit für das Kind zu erlangen? Antworten könnten eventuell durch weitere Ausgrabungen in der 500 m2 Karsthöhle gefunden werden. Heute wird die „Venus vom Hohle Fels“ im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren ausgestellt und liegt dort umgeben von anderen Eiszeitlichen Funden der schwäbischen Alb. Die ältesten Musikinstrumente der Welt, der Wasservogel und der Löwenmensch lassen die Forsch glauben, dass die Urschwaben Gründer der Kultur sein könnten. Und diese Leidenschaft bleibt den Schwaben bis heute erhalten, weshalb in der Höhle jedes Jahr Konzerte stattfinden. Die Höhle ist mit dem Rollstuhl bis zum Höhlenraum befahrbar.

Kugelmühle Neidlingen

Kugelherstellung wie zu Zeiten unserer Vorfahren kann man in der Kugelmühle Neidlingen hautnah miterleben. Seit 2005 wird dort wieder produziert. Mit Wasserkraft wird das Juragestein der Schwäbischen Alb zu Murmeln gerundet. So entsteht ein regionales Produkt ganz besonderer Art, dass man vor Ort auch kaufen kann. Es werden auch Führungen vor Ort angeboten.

Münster Zwiefalten

Wer einmal die frische Luft und Besinnlichkeit erlebt hat, die man in den zahlreichen Wäldern und Wiesen der Alb spürt, fragt sich nicht, weshalb das wunderschöne Zwiefalten schon 1089 ein Wallfahrtsort für Katholiken war. Erbaut von Benediktinermönchen aus Hirsau bildete das Kloster eine Festung katholischen Glaubens während der Reformation und prägte für 700 Jahre das Leben der Gegend. So entstanden eine Schule, ein Spital und eine eigene Brauerei, die für ein blühendes Leben im Ort sorgten. Das Kloster überstand Kriege, Plünderungen und die Pest, bis es 1803 im Rahmen der Säkularisation aufgelöst wurde. Dabei wurde leider auch die Bibliothek mit ihren kostbaren Schriften und Dokumenten zerstört. 1812 wurde im Kloster eine königlich württembergische Heilanstalt eingerichtet und ist noch heute ein Zentrum für Psychiatrie. Durch die Jahre wurde der Gottesbau mehrfach der zeitgemäßen Baukunst angeglichen und erst 1740 wurde der Grundstein für das heutige Meisterwerk des deutschen Spätbarocks gelegt, dessen Zwiebeltürmchen schon von Ferne grüßen. „Unserer lieben Frau“ gewidmet, machen ausladende Deckenmalereien und Stuckornamentik im Inneren sogar der natürlichen Szenerie Konkurrenz, in die das Münster eingebettet ist.

Residenzschloss Bad Urach

Ach, gäbe es doch auch heute noch den Brunnen, der eigens zur Hochzeit Graf Eberhards im Bart mit Barbara Gonzaga aufgebaut wurde. Aus diesem Schmuckstück sprudelte der Wein für die ca. 14.000 Gäste. Doch auch ohne Brunnen lohnt ein Besuch im 1443 erbauten Residenzschloss Bad Urach. Von den Lieblingsbeschäftigungen der adligen Bewohner zeugen nicht nur die fantasievollen Prunkschlitten, sondern auch ein lebensgroßer Holzeber, der durch seine Beweglichkeit schon so manchen Besucher in Angst und Schrecken versetzt hat. Bad Urach war während der Landesteilung Residenz- und Landesstadt und zeugt noch heute mit dem Schloss von dieser wichtigen Rolle. Im Schloss erblickten Grafen und Herzöge das Licht der Welt und wachten von ihrem Sitz aus über die Region. Das Schloss liegt am Rande der historischen Altstadt, die durch ihre gut erhaltenen Fachwerkhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert zu einer der schönsten in Süddeutschland zählt.

Schloss Lichtenstein

Am Anfang war das Wort. In diesem Falle das Wort in Form des Romans „Lichtenstein“ von Wilhelm Hauff, der malerisch von der spätmittelalterlichen Burg Lichtenstein und dem geächteten Herzog Ulrich berichtet. Wilhelm Graf von Württemberg wollte dieses „Märchenschloss Württembergs“ aus seinem Lieblingsbuch als Sommersitz und begann 1840, nach Abriss des dortigen Forsthauses, mit dem Bau, dort wo 1390 die ursprüngliche Burg stand. Schon damals war früher alles besser gewesen und so wurde im Zuge des Historismus und der Romantisierung das Schloss im Stile einer mittelalterlichen Ritterburg erbaut, was sich vor allem in der Innenarchitektur zeigt. Den Schankraum zieren Trinksprüche wie „Mehr ertrinken in Bier und Wein, als in der Donau und im Rhein“ und am Ausgang bedroht das Gemälde eines Armbrustschützen die Besucher. Heute thront das Schloss Lichtenstein mächtig am Albtrauf und bietet eine unwirklich-romantische Kulisse, an der zu Recht jeder Reisende eine Rast einlegen möchte.

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Natursehenswürdigkeiten

Breitenstein

Der Albtrauf ist bekannt für die vielen unterschiedlichen Landschaftsformen, die sich hier auf sehr geringer Fläche versammeln. Die dunklen Hang- und Schluchtenwälder schlucken all die Sonne, die mit ganzer Kraft auf die Albhochflächen trifft, tiefe Höhlen und Tunnelgänge erschaffen eine Unterwelt, von der man nichts ahnt, wenn man auf einer hohen Klippe aus Kalk steht, der vom Wasser immer noch von innen ausgespült wird. Die wohl schönste Klippe ist der Breitenstein. Dieses 200 m breite weiße Felsenriff thront über dem Albvorland und dem Besucher bietet sich ein einmaliger Ausblick. Bis nach Stuttgart hat man hier einen von Vegetation unbehinderten Blick ins Tal. Ist das Vorland von Nebel bedeckt, kann man sich hier leicht vorstellen über den Wolken zu schweben und fühlt sich wie der Herr der Welt.

Ehemaliger Truppenübungsplatz Münsingen

Dass ausgerechnet Menschen mit Gewehren und Panzern einen wichtigen Beitrag zum Erhalt ihrer Heimat leisten würden, hätten Schwarzspecht, Schwalbenschwanz und Gebirgsgrashüpfer wohl nicht gedacht. Doch genau das ist auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen geschehen. Der Nebeneffekt der militärischen Nutzung war der Erhalt einer Natur, wie sie vor 100 Jahren auf der Alb herrschte und Panzer schufen sogar neue Biotope in ihren verdichteten Fahrspuren. Heute ziehen einsame Wanderschäfer mit ihren Herden über die Wacholderheiden, Wanderer und Fahrradfahrer genießen den Anblick der Silberdisteln und Enziane, sehen Steinschmätzer und Neuntöter bei ihrer Jagd auf Grashüpfer und anderen Insekten zu und lauschen dem Gesang der seltenen Heidelerche, den der Wind mit dem Duft von Waldmeister und Thymian zu ihnen trägt. Der Platz ist das Herzstück des Biosphärengebiets Schwäbische Alb, das erst durch den Abzug des Militärs im Jahr 2005 und der Freigabe für zivile Nutzung Fläche und Grund hatte zu entstehen. Doch ist das Verlassen der Wege immer noch lebensgefährlich, da das Gebiet mit Blindgängern belastet und nur entlang der freigegebenen Wege geräumt ist. Deshalb und zum Schutz der Natur ist das Verlassen der Wege verboten. Die Wege über das 6700 Hektar große Gelände sind überwiegend betoniert und eignen sich deshalb besonders gut für die Nutzung mit dem Rad oder mit Inline Skates.

Großes Lautertal - Tal der Burgen

Die Lauter entspringt in einer ehemaligen Klosteranlage und mäandert von dort 40 km bis sie ihre Bestimmung erreicht und ihr Wasser der Donau schenkt. Die Lauter ist wohl der schönste Fluss der Schwäbischen Alb. Vielleicht wollte sie dadurch einfach nur in ihre Umgebung passen, denn wie sie dort vorbeifließt an rauen Felsen, sonnengeküssten Wacholderheiden und geheimnisvollen Höhlen und Wäldern muss jeder andere Fluss fast neidisch werden, denn hier sieht die Natur noch so aus, wie die Lauter sie von früher kennt. Sie ist zugleich der Beweis, dass es doch Wasser auf der Alb gibt, das sich unterirdisch sammelt und als Karstquelle wieder ans Licht sprudelt. Diese Schönheit fällt nicht erst heute auf und so wurden im Mittelalter Burgen auf den hohen Felsen entlang des Tals errichtet. Auf 18 km finden sich hier 20 Burgen, Ruinen oder Schlösser, die in das herrliche Tal blicken und die von dort aus gesehen das romantische Flair des Tals noch verstärken. Burgherren in Form des Bibers gibt es heute nur noch im Fluss selbst, an dessen Ufern er die Bäume annagt und die typischen Spuren hinterlassen, denn in dieser Idylle finden Tiere und Pflanzen eine Heimat.

Randecker Maar und Schopflocher Moor

Vor rund 17 Millionen Jahren strömte hier heiße Lava aus der Erde und eine Vulkanexplosion schuf auf der heute so stillen Alb einen Vulkankrater. Über die Jahrtausende hinweg wurde dieser einst so gefährliche Ort zu einer Wasserwelt, denn Sedimente und der wasserundurchlässige Schlot waren die Vorrausetzungen für die Entstehung eines bis zu 100 m tiefen Sees. Dass dort sogar Alligatoren nach Schildkröten jagten, wissen wir heute zum Glück nur noch von Fossilien, die dort reichlich gefunden wurden. Der See verlandete und durch den Rückgang der Alb ist der ehemalig runde Krater heute Richtung Albvorland geöffnet. Dorthin fließt auch heute noch der Zipfelbach hinaus. Diese Topographie bietet Zugvögeln eine Art Schanze für die anstrengenden 500 m, die auf kurzer Distanz aufgestiegen werden müssen. Die schlauen Tiere wissen natürlich von diesem „thermodynamischen Aufzug“ und so können Forscher vor allem im August auf die Vielzahl der fedrigen Besucher warten, die es dort fast auf Augenhöhe zu beobachten gibt. Neben Zugvögeln gibt es auch Wanderfalter wie den Distelfalter, den seine ca. 5 cm großen Flügel mit dem Wind aus Nordafrika herbeitragen. Stark jahresabhängig sind so schon über 100.000 Falter an einem Tag durch das Randecker Maar geflattert. Direkt in der Nähe, und ebenfalls durch den Vulkanismus und den Maarsee entstanden, findet sich das Schopflocher Moor, das größte Hochmoor der Alb, und zeigt eine ganz andere Pflanzengemeinschaft als es die Alb sonst tut.

Uracher Wasserfall

Der schönste Wasserfall der Schwäbischen Alb besticht nicht nur durch die 37 m freien Fall, sondern auch durch den über Jahrtausende durch Kalkablagerung gebildeten Tuffsteinüberhang, der das Wasser auf die malerischen Kalktuffpolster schießt. Zählt man die 50 m Sturz über Kalktuffpolster zum Wasserfall, so ist er der Dritthöchste außerhalb der Alpen in Deutschland und sicherlich der Höchste der Schwäbischen Alb. Im Winter ist der Uracher Wasserfall ein zu Eis gewordenes Naturmonument, im Sommer eine gern gesehene Abkühlung für Wanderer und Naturliebhaber. Bei Groß und Klein beliebt und herrlich eingebettet in eine wildromantische Waldlandschaft, bietet der Uracher Wasserfall alles was zu einem Sonntagsspaziergang oder einer Wanderung dazugehört.
Wagt man den steilen Aufstieg zur Absprungkante, wird man nicht nur mit einem Ausblick aus Wasserfallperspektive belohnt, sondern kann sich in der „Wasserfallhütte“ regional verpflegen, oder an den Tischen ein Vesper auspacken und die Grillstelle anheizen. Aber Vorsicht, der Wasserfallweg ist steil und oft  rutschig. Die Abbruchkante ist zwar gesichert, trotzdem sollte man auf Kinder aufpassen.

Wimsener Höhle

In manchen Nächten, wenn der Vollmond leuchtet und das Übersinnliche ruft, zieht es sie an die Oberwelt. Die Nymphe der Wimsener Höhle lebt tief in einem unterirdischen See, bis die Zeit gekommen ist und sie mit den Zwergen tanzen geht. Zumindest heißt es das über die einzige befahrbare Quellhöhle Deutschlands, die offiziell Friedrichshöhle heißt. 70 m tief dürfen Besucher mit dem Boot in das Höhlensystem vordringen, bis das Wasser an die Decke reicht und ein Weiterkommen selbst für erfahrene Höhlentaucher nicht ungefährlich ist. Auf dieser Bootsfahrt kommt man der Unterwelt ganz nahe und kann sich vorstellen, dass die Höhlenbewohner bleich und augenlos am Grund des Wassers leben. Trotzdem sind schon 723 m der Höhle bekannt und 2006 führte der erste Tauchgang erfolgreich durch den tiefsten Siphon Deutschlands (60 m). Auch der See der Nymphe wurde von den Tauchern entdeckt und trägt den Namen „Ehrenfelser See“. Am Ufer steht dort heutzutage eine Statue der Nymphe, die über die mutigen Taucher ihre schützende Hand hält. Früh nutzten die Zwiefalter Mönche die 600 l/sec Wassermenge, die aus der Höhle strömt, um ihre Mühle anzutreiben. Heute befindet sich in der historischen Bannmühle ein Informationszentrum des Biosphärengebiets und berichtet über Mühlenbewirtschaftung, Wasserkraft und Höhlenforschung.